Die Film- und Medienstiftung NRW vergibt neun Arbeitsstipendien und eine Produktionsförderung für zehn Hörspielprojekte in Höhe von insgesamt 44.500 Euro. Die entsprechenden Empfehlungen erarbeitete der Beraterstab in der ersten Sitzung des laufenden Jahres.

„Vom Sendespiel zum Podcast“, Ulrich Bassenge (Attenhofen), 10.000 Euro
Im Jahr 2024 wird das Hörspiel hundert Jahre alt, ein guter Anlass für eine neue Hörspielgeschichte. In einer Zeit des Umbruchs, die neue Formen des digitalen Erzählens verlangt, werden ein Buch und eine Website den Weg zeigen, den die Audiokunst seit der Geburt des Radios vor einem Jahrhundert gegangen ist. Zudem werden Perspektiven und Anforderungen serieller und netzorientierter Narrative ausgewiesen. Beiträge hörspielaffiner Autor:innen und Wissenschaftler:innen werden versammelt und mit einem Hörspiel wird der Start des Projekts gleichzeitig im linearen Radio und online begangen. Das Projekt erhält eine Produktionsförderung. 

„Sound Stories“, Alfred Behrens (Berlin), 7.500 Euro
Gemeinsam mit seinem Co-Autor Heiko Martens, plant Behrens ein Hörstück zur Arbeit des Erzählens. Es geht dabei gleichzeitig um eine Recherche-basierte Stoffentwicklung zum aktuellen Stand der Dinge des akustischen Erzählens – und zum Stand der unmittelbaren Zukunft der Lohn-Arbeit, der Gehalts-Arbeit und der Honorar-Arbeit. Die Erforschung neuer globaler 3D-Audio-Entwicklungen für das immersive akustische Erzählen wird dabei den Schwerpunkt bilden. Und nicht zuletzt geht es um die Zukunft, um das Überleben der akustischen Arbeiter:innen in der sich beschleunigenden digitalen Transformation aller Arbeits- und Lebens-Zusammenhänge. 

„Whitechapel 1888: A History of Femicide“, Johanna Tirnthal und Jürg Andreas Meister (Berlin), 5.000 Euro
Zwischen 1888 und 1891 wurden in Whitechapel im armen Londoner East End elf Frauen brutal ermordet. Der Täter wurde nie gefasst und avancierte unter dem Namen Jack the Ripper zu einer Art Grusel-Star. Heutzutage stirbt fast täglich eine Frau in Großbritannien oder Deutschland durch die Hände ihres Partners/Ex-Partners. In den letzten Jahren setzte sich dafür der Begriff Femizid durch: Frauen, die von Männern getötet werden, weil sie Frauen sind. Angelegt ist die sechsteilige Serie an der Grenze zwischen Feature und Hörspiel. Sie nutzt den Hype um True Crime und Cold Case, um im Mikrokosmos des Londoner East Ends ein ganzes Universum der Bedrohung von Frauen und der Gewalt von Männern im patriarchalen Kapitalismus zu entfalten. 

„Die Glückliche(n)“, Susanna Mewe und Carola Lowitz (Berlin und Bleckede), 4.000 Euro 
Die Autorinnen rekonstruieren in ihrem Hörspiel einen Femizid: Auf einem liebevoll restaurierten Gutshof, eine knappe Stunde Bahnfahrt von der Großstadt entfernt, lebt eine Handvoll Familien. Sie sind Akademiker:innen, Selbstständige und Kreative. In diesem Idyll ist das Unfassbare geschehen: Ein Mann hat seine Frau getötet, wobei sie in ihrem Umfeld eigentlich als ein glückliches Paar galten. Die Bewohner:innen versuchen Erklärungen zu finden für das Unerklärliche. Aus ihren Monologen und Beobachtungen setzt sich das Hörspiel zusammen: Wie konnte es soweit kommen? Wo waren die Zeichen? Und wie hätte man die Tat verhindern können? 

„ROTER MÄRZ“, Adnan G. Noah Köse (Dinslaken), 3.000 Euro 
Das Hörspiel beruht auf wahren Ereignissen: Der katholische Pfarrer Albert Niehaus gerät 1920 in den Märzunruhen zwischen die Fronten der Bergwerkdirektion und der Roten Armee. Gewaltbereite Aggressoren sähen Hass und Zwiespalt, um die Bevölkerung zu spalten, und stürzen das Ruhrgebiet und den Niederrhein in einen brutalen Bürgerkrieg. Auf der einen Seite die ausgebeutete und vom 1. Weltkrieg ausgelaugte Arbeiterschaft, auf der anderen die von der Regierung eingesetzte Reichsarmee, die das Chaos und die brutalen Aufstände mit allen Mitteln beenden soll. Pfarrer Niehaus stellt sich schützend vor die Gemeinde und tritt, mit nichts weiter als seinem unerschütterlichen Glauben an Gott bewaffnet, mutig gegen die Bedrohung an. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück des Autors, das bereits erfolgreich für die Bühne realisiert wurde. 

„Navifehler Rom“, Peter Wawerzinek (Siegen), 3.000 Euro 
Ein hochbetagter italienischer Herr will mit seinem Jaguar von seinem Wohnort in England nach Rom fahren, um den Papst zu besuchen. Er gibt Rom in sein Navigationsgerät ein. Unterwegs verwirrt ihn eine Mitteilung, in Nordrhein-Westfalen sein Reiseziel erreicht zu haben, doch nichts um ihn herum entspricht seinen Erwartungen von der italienischen Hauptstadt. Er ist in Rom in Morsbach im Oberbergischen Kreis gelandet. Die Ereignisse nehmen ihren Lauf. 

„Davon haben wir keine Kenntnis“, Stefan Eberlein (München), 3.000 Euro
Das Feature beschäftigt sich mit dem Fall des deutschen Staatsbürgers Khaled el Masri, der 2004 durch die CIA entführt wurde und erst nach 5 Monaten wieder freikam. In den Folgejahren kämpfte er vergeblich für Aufklärung und Entschuldigung. An seinem Trauma zerbrach sein Leben und das seiner Familie. Erst 2016 kam ein CIA-Dokument ans Licht, das endgültig bewies: Kahled el Masri war unschuldig. Das Stück erzählt, wie die Familie Opfer geopolitischer Machtinteressen wurde und rückt dabei in den Mittelpunkt, wie es sein kann, dass el Masri seitens der Bundesrepublik Deutschland nie geholfen wurde. 

„an grenzen“, Özlem Özgül Dündar (Solingen), 3.000 Euro 
Ein Hörspiel-Monolog, in dem die Protagonistin aus ihrer Perspektive und aus der Perspektive aller migrantischen Körper über rassistische Gewalterfahrungen spricht. Diese Gewalt ist sowohl physisch als auch psychisch und hinterlässt ein Trauma, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und sich im migrantischen Körper manifestiert. Auch wenn die Protagonistin 2022 lebt und sich selbst nicht an alle rassistischen Anschläge in Deutschland erinnert, werden diese Teil ihrer Erfahrung, da sie durch Erzählungen weitergegeben und Teil der kollektiven Erfahrung des Rassismus werden. Mit ihrem Körper ist sie bei allen Anschlägen anwesend. 

„Nachhaltige E-Mobilität? Über ein Wettrennen im Nebel“, Peter Kreysler (Berlin), 3.000 Euro 
Es geht um das große Versprechen, dass die weitgehende Elektrifizierung – insbesondere des Verkehrs – unsere Gesellschaft klimaneutral und gleichzeitig lebenswerter machen soll. Wie kann das gelingen? Und welche Weichen müssen dafür von wem gestellt werden? Benzin-PKW einfach durch E-Autos zu ersetzen kann keine Lösung sein. Der benötigte Strom würde alle Netze überlasten und bei jetziger Produktionsweise den globalen Süden in Mondlandschaften verwandeln. Das Feature beschäftigt sich nicht nur mit den technologischen und ökonomischen Herausforderungen des Wechsels von fossilen Brennstoffen zu Elektrifizierung, sondern benennt zunächst die noch ungeklärten Fragen nach Kompass und Leitplanken für die Verkehrswende. Welche Mobilität brauchen wir in einer modernen, vernetzten Welt und welche Alternativen zum privaten PKW zeichnen sich ab? 

„Aus der Asche“, Sebastian Hocke (Brandenburg), 3.000 Euro 
In diesem Episodenstück werden drei Geschichten erzählt, die miteinander zu tun haben. Sie erzählen von Menschen aus der Provinz, die mit ihren Erinnerungen ringen, die mit großen persönlichen Niederlagen und Verletzungen zu tun haben. Sie bilden den Nährboden für die Feuer, die in ihnen wüten. Episodenübergreifende Erzählinstanz ist eine Radiosendung, die über eine unaufgeklärte Serie von Brandstiftungen berichtet. Der Autor nähert sich auf eine sehr emotionale Weise seinen Figuren und ihrer kleinbürgerlichen, provinziellen Welt. Er kennt diese Welt, er schaut nicht von oben herab, ihn interessiert nicht eine Andersartigkeit oder ein Dualismus Provinz–Großstadt, sondern das universal Menschliche: Wünsche, das Aneinander-Abarbeiten, Lebensentwürfe und was man bereit ist, dafür zu tun. 

Die Mitglieder des Beraterstabs waren Christiane Florin, Deutschlandfunk, Volker W. Degener, Verband Deutscher Schriftsteller in NRW, und Stefan Cordes, WDR. Die zuständige Förderreferentin für Hörspiel bei der Film- und Medienstiftung NRW ist Anke Morawe. Der nächste Einreichtermin ist der 19. Mai 2022

 

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"Über die Auftragsvergabe für den Imagefilm für Dinslaken ist nach Ansicht der Stadtverwaltung besonders transparent und fair entschieden worden..."

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Adnan G. Köse

Als freier Autor und Regisseur entstehen derzeit neue Geschichten und ein breiter Ideenpool, der von Originaldrehbuchstoffen bis hin zu Romanadaptionen reicht.

 

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